Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr

(an/ff-g) Dicke Rauchwolken schweben über dem Holzweg, ein Feuerwehrauto nähert sich mit Blaulicht und Martinhorn, eine Schar Uniformierte springt aus dem Auto und rollt Schläuche aus, laute Befehle werden gerufen. Was am vergangenen Samstagmittag gegen 14:00 Uhr auf den ersten Blick aussah wie ein regulärer Einsatz der Geisenheimer Brandschützer, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als eine groß angelegte Übung der Jugendfeuerwehr. Der Palettenstapel, der am Holzweg in Flammen aufgegangen war, brannte zwar wirklich, wurde allerdings von den Aktiven der Feuerwehr Geisenheim gut bewacht, bis die Jugendfeuerwehr ihn schließlich schnell und fast genauso professionell wie ihre erwachsenen Kameraden ablöschen konnte.

 

Um 8:00 Uhr hatte der Berufsfeuerwehrtag, in welchem die Jugendfeuerwehr Geisenheim einen Tag lang die Abläufe einer echten Berufsfeuerwehrwache nachstellte, mit einer Wachübergabe begonnen. Nach einer ausführlichen Kontrolle der Einsatzfahrzeuge und einem kräftigen Frühstück hieß es um 10:00 Uhr zum ersten Mal „Einsatz für die Jugendfeuerwehr Geisenheim“. Mit dem Stichwort „ausgelöste Brandmeldeanlage“ wurden die Jugendlichen zum Möbelhaus Henrich gerufen. Dort empfing sie Geschäftsführer Eberhard Henrich, der den Nachwuchsbrandschützern Sprinkleranlage und Brandmeldeanlage des Geisenheimer Traditionsbetriebes erläuterte. Nach einem Gruppenfoto vor dem Hause rückte der „Löschzug 1“ dann wieder in die nahe Wache ein. Die Ruhepause, in der von den Betreuern eigentlich ein theoretischer Unterricht geplant war, währte allerdings nicht lange. Schon bald erklang wieder der Einsatzgong, diesmal wurden einige der Kinder zum stellvertretenden Wehrführer, Roland Hermani, nach Hause beordert. Dort benötigte der „Rettungsdienst“, dargestellt durch den stellvertretenden Jugendwart, einige starke Männer, um eine Patientin in den „Rettungswagen“ zu verbringen. Gleichzeitig hatte sich ein Arbeiter auf dem Dach des Kindergarten Marienthal „verletzt“. Doch auch die Rettungspuppe konnte von den Jugendlichen fachgerecht versorgt und schließlich wieder zu Boden gelassen werden.

Nachdem die Jugendlichen wieder eingerückt waren, konnte schon zu Mittag gegessen werden. Nach dem Essen stand für einige Putzdienst an, andere konnten Freizeit geniessen, wieder andere waren mit der Schlauchpflege beschäftigt. „Solche Werkstättendienste sind bei Berufsfeuerwehren fester Bestandteil des Tagesablaufes. Die Jugendlichen lernen so auf der einen Seite, dass ein Einsatz erst beendet ist, wenn das Feuerwehrfahrzeug wieder komplett ist“, so Betreuer Dennis Scholl. Nachmittags stand dann der eingangs erwähnte Palettenstapel in Brand. „Echtes Feuer haben die wenigsten der Jugendfeuerwehrangehörigen bisher gesehen, eine große Herausforderung, die unser Nachwuchs mit Bravour gemeistert hat“, so „Einsatzleiter“ Sven Andreas. Genauso professionell wie die „Alten“ trat die Jugendfeuerwehr dann auch bei dem späteren Verkehrsunfall auf dem abgesperrten Teil der K630, wie auch bei einem brennenden PKW in den Weinbergen auf. Das Abendessen wurde nach diesem anstrengenden Tag dann auch mit Heißhunger verschlungen. Nachts allerdings verzichteten die Betreuer dann auf Einsätze, lediglich morgens wurden die Jugendlichen noch einmal mit dem bereits bekannten Gong geweckt. Jugendfeuerwehrmann Christoph Haala meinte nachher „Das war ein echt anstrengender, aber lehrreicher Tag für uns. In den letzten 24 Stunden sind wir zu einem echten Team zusammengewachsen und ich glaube jeder von uns würde das gerne nochmal machen.“

Auch die Wehrführung, Jugendwarte und Betreuer, die die Aktion geplant und durchgeführt hatten, zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Erklärtes Ziel der Jugendwarte war, nicht nur Übungs-Einsätze darzustellen, sondern die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen zu stärken. Durch die gestellten Aufgaben hat unsere Jugendfeuerwehr bewiesen, dass sie nicht nur fachlich fit ist, sondern auch ein echtes Team, in dem die älteren auf die jüngeren aufpassen, und sich gegenseitig geholfen wird“, so Wehrführer Wolfgang Merkator.

Weitere Bilder des Berufsfeuerwehrtages folgen demnächst.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen