Alarmübung im Pflänzer: 40 Feuerwehrleute proben den Ernstfall

(an-ds/ff-g) Dichter Rauch quillt aus dem Kellerraum, am Fenster im Obergeschoß ruft jemand lautstark um Hilfe. Dieses Bild ergab sich der Freiwilligen Feuerwehr Geisenheim im St.-Barbara-Weg 5 im Pflänzer.

Von der Übungsleitung war angenommen worden, dass sich bei Arbeiten im Keller des zweigeschossigen Wohnhauses eine Verpuffung ereignet hatte. Der nachfolgende Brand führte zu einer starken Rauchentwicklung, die sich auf das gesamte Haus ausbreitete. Der erstalarmierten Geisenheimer Feuerwehr bot sich eine anspruchsvolle Lage beim Eintreffen dar: vier, durch Jugendfeuerwehrangehörige dargestellte „Verletzte“, und eine Einsatzstelle, die nicht durch die Großfahrzeuge direkt anzufahren war, stellten das Können des ersten Einsatzkräfte auf die Probe.

„Unsere Großfahrzeuge passen nicht in den engen St.-Barbara-Weg, daher mussten wir die Einsatzstelle von zwei Seiten anfahren. Ein Teil der Einsatzkräfte rückte über die Peter-Spring-Straße vor, ein weiterer Teil über die Pflänzerstraße“, so Wehrführer und Organisator der Übung, Wolfgang Merkator.

Nach Eintreffen der ersten Kräfte wurde unverzüglich mit der Rettung der Personen begonnen. Zunächst konnte ein Trupp unter schwerem Atemschutz eine Person, die sich an einem Fenster im 1.OG bemerkbar machte, mit Hilfe der Steckleiter retten. Danach wurde ein Löschangriff in den Keller vorgetragen, wo sich nach Aussage der „Anwohner“ zwei Arbeiter befanden.

Eine weitere, bewusstlose Person musste im Einsatzverlauf durch eine so genannte „Schiefe Ebene“ mit einer Schleifkorbtrage gerettet werden. Hierzu nahmen die Geisenheimer Kameraden zusammen mit der inzwischen aus Johannisberg eingetroffenen Verstärkung eine Steckleiter vor, die in flachem Winkel an den Balkon im ersten Obergeschoss angestellt wurde. Mit der Schleifkorbtrage konnte nun der „Verletzte“, durch eine Puppe dargestellt, langsam nach unten gelassen werden.

Währenddessen wurde der Keller und das Obergeschoss durch weitere Trupps unter schwerem Atemschutz durchsucht, sodass auch die sich im Keller befindlichen, weiteren zwei Arbeiter zügig gerettet werden konnten. In der Spitze waren fünf Trupps unter schwerem Atemschutz im Einsatz, insgesamt waren zirka 40 Feuerwehrleute in die Übung eingebunden. „Durch die besondere Lage, die ein direktes Anfahren der Einsatzstelle mit den großen Fahrzeugen unmöglich macht, war hier sehr viel Personal vonnöten.

Im Ernstfall wären die Kameraden aus Stephanshausen wohl ebenfalls alarmiert worden“, so ein Gruppenführer während der Nachbesprechung im Feuerwehrgerätehaus Geisenheim. Auch die schwierige Wasserversorgung machte den Einsatzkräften zu schaffen: Da im St.-Barbara-Weg lediglich eine Stichleitung existiert, die den Wasserverbrauch der Feuerwehr nicht hätte decken können, mussten sowohl von der Pflänzerstraße als auch von der Peter-Spring-Straße aus Leitungen quer durch Vorgärten und über Zäune gelegt werden. „Eine nicht unerheblicher Zeitverlust, der uns hierdurch entstand“, so Stadtbrandinspektor Thomas Kempenich.

Ein Dank geht an die Familie Fritz, die der Feuerwehr das Übungsobjekt zur Verfügung stellte.

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