Gemeinsame Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Stadt Geisenheim

(ds/ff-g) Pünktlich um 19:00 Uhr wurde der Probealarm der Funkmeldeempfänger ausgelöst und kündigte somit auch den Beginn der diesjährigen gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Stadt Geisenheim an. Sie wurde turnusmäßig im Feuerwehrhaus Geisenheim abgehalten. Kameradinnen und Kameraden aller drei Stadtteilwehren, Vertreterinnen und Vertreter der öffentlichen Verwaltung sowie die Presse waren anwesend.

Nach Grußworten des Stadtbrandinspektors Thomas Kempenich, wurde in einer Schweigeminute der verstorbenen Kameradinnen und Kameraden gedacht. Weitere Grußworte an die Versammlung richteten Bürgermeister Frank Kilian, Stadtverordnetenvorsteherin Susanne Göttel-Spaniol und Orstvorsteher Heinz Lupp.

Der erste Vortrag des Abends war der Tätigkeitsbericht 2011. Neben des neuen Feuerwehrführerscheines – der für Feuerwehreinsatzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen und mit ABS erworben werden kann –, waren die neubeschaffte Rettungsschere und der Spreitzer für das LF20/12 ein Thema. „Modernere und sicherere Metallbauteile der Pkw-Karosserien machen es nötig, auch die Schneidkraft der hyraulischen Rettungsmittel anzupassen“, so Th. Kempenich. Betrug die Schneidleistung 1994 gerade einmal 25 Tonnen und die Spreitzleistung 148 Kilonewton, so liegen sie heute bei 107 Tonnen und 330 Kilonewton. Die älteren Geräte sind nun auf dem Gerätewagen Logistik verlastet und können bei Bedarf nachgefordert werden.

Die nächsten Neubeschaffungen im Fahrzeugbereich sind im Jahre 2014 ein TSF-W für Stephanshausen und 2015 ein LF 10/6 Kat-S für Johannisberg. In Geisenheim steht 2017 ein neues LF 20/12 an.

Erfreulich war die zurückgegangene Anzahl an Alarmen automatischer Brandmeldeanlagen von 20 auf 12. Oft wird das Wort Fehlalarm verwendet, obwohl die Analge richtig ausgelöst hat. Es kam zu keinem Einsatzverlauf, jedoch haben z. B. durch Staub oder Rauch die Melder richtig reagiert. Dies muss eindeutig von Einstzen unterscheiden werden, bei denen die Anlage ohne erkennbaren Grund ausgelöst hat – Fehlalamierung. Bedingt durch neugeplante Baumaßnahmen, werden in den nächsten Jahren vermutlich noch zwei Brandmeldeanlagen errichtet, derzeit sind 22 Anlagen aufgeschaltet.

Die Brandschutzerziehung im letzten Jahr fasste 126 Stunden in Kindergärten, Grundschulen und sonstigen Einrichtungen. Es wurden 212 Kinder und Erwachsene geschult. Diese Tätigkeit der Aufklärung ist ungemein wichtig, um auch schon den Kleinsten beizubringen, wie man sich im Notfall zu verhalten hat.

Im gesamten Stadtgebiet kam es 2011 zu 80 Einsätzen verschiedenster Art, wobei 2067 Einsatzstunden erbracht wurden. Ganz besonders in Erinnerung bleibt wohl der Wohnhausbrand in Stephanshausen zwei Tage nach Weihnachten. Zuerst als „Holzstapelbrand“ gemeldet, stellte sich schnell heraus, dass das Feuer vom Garten auf das Haus übergegriffen hatte. So ließen die Kameradinnen und Kameraden aus Stephanshausen, noch bevor die Geisenheimer eintrafen, die Alarmstufe erhöhen und auch Johannisberg alarmieren. Da sich das Feuer im Verlauf des Einsatzes in das Dachgebälk gefressen hatte, war ein komplizierter Angriff vom Dachboden aus nötig. Mit Kettensägen und Einreißhaken wurde die erst kürzlich angebrachte Innenverkleidung der Dachhaut aufgerissen, um das Feuer zu bekämpfen. Weiterhin behinderte eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses die Löscharbeiten von außen, sodass ausschließlich von innen gelöscht wurde. Bei diesem Einsatz konnte man erkennen, dass eine schlagkräftige Wehr vor Ort unverzichtbar ist, da sie wertvolle Erstmaßnahmen bis zum Eintreffen weiterer Kräfte durchführen kann.

Weiterhin auf stabilen Niveau liegen die Mitgliedszahlen der aktiven Feuerwehrfrauen und -männer. So waren im letzten Jahr 102 Feuwehrleute – 0,88 % der Einwohner Geisenheims – bereit im Ernstfall Hilfe zu leisten. 47 Jugendliche  zählten die Jugendfeuerwehren zum Stichtag.

Der Besuch der Erdgasübungsanlage in Oberneisen am 18.05.2011 zeigte, dass bei speziellen Einsätzen der Einsatz von Wasser als Löschmittel nicht unbedingt geeigneet ist.

Am 30.04.2011 führte die Jugendfeuerwehr Geisenheim einen Berufsfeuerwehrtag durch. An diesem wurde in 24 Stunden ein Wachablauf simuliert: Unterricht, gemeinsames Essen und nicht zuletzt „echte“ Einsätze.

In einem Referat über den digitalen Funk, sprach Kreisbrandmeister M. Dörr über den Sachstand der Entwicklung. Einiges sei noch zu tun, doch man sei auf einem guten Wege, den Digitalfunk aufzubauen. Allein das Wispertal, bereite den Planern noch Kopfschmerzen, denn durch den verwinkelten Rheinfluss und den Taunus, sei eine flächendedeckende Abdeckung erschwert.

Neuer und alter Stadtbrandinspektor ist Thomas Kempenich, sein Stellvertreter wurde Kai Mathias. Beide wurden einstimmig von der Versammlung gewählt.

Weiterhin wurde Th. Kempenich der Titel eines Ehrenstadtbrandinsektors verliehen, da er seit über 20 Jahren Ehrenbeamter der Stadt Geisenheim ist.

Gleich sechs Neue wurden in die Einsatzabteilung Geisenheims und Johannisbergs durch den traditionellen Handschlag und das Überreichen der Satzung aufgenommen: Christoph Benkert, Nils Damerow, Manuela Jütting, Christoph Rabold und Jochen Schädel sowie Nathalie Bernius.

An Beförderungen standen folgende ins Haus:
zum Feuerwehrmann wurden befördert: Tobias Burkhard, Fabian Demmelmeyer und Tobias Kaufmann;
zum/zur Oberfeuerwehrmann/-frau wurden befördert: Julia Thoben, Patrick May, Christian Heinisch, Dennis Ringel und Robin Schwarz;
zum Hauptfeuerwehrmann wurden befördert, Dennis Scholl und Manuel Zuffer;
zum Löschmeister wurden befördert: Sven Andreas, Matthias Kühchen, Dennis Schwarz und Patrick Thoben;
zum Brandmeister wurde Peter Bach befördert.

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