Schläuche und Armaturen sind Gerätschaften, die dem Wassertransport von A nach B dienen. Strahlrohre dienen dazu, Wasser auf eine Brandstelle abzugeben.

Schläuche


1558 wurden in Augsburg erstmals Lederschläuche erwähnt. Seit dem hat sich der Feuerwehrschlauch weiterentwickelt. Neben den normalen Druckschläuchen, die wohl jeder schon einmal gesehen hat, gibt es Hochdruckschläuche, Saugschläuche, solche zum Chemikalientransport, und viele mehr. Der „normale“ Feuerwehrschlauch ist der Druckschlauch. Es gibt ihn in verschiedenen Größen, die sich nach Buchstaben unterscheiden lassen. Dabei kennzeichnet A den Schlauch mit dem größten Durchmesser, D den mit dem kleinsten.

Schlauchgröße
Durchmesser
übliche Länge(n) Innenvolumen
A
110 mm
5/20 m 48/190 l
B
75 mm
5/20/35 m 22/88/155 l
C
42/52 mm
15 m
C-42: 21 l,
C 52: 32 l
D
25 mm
5/15 2,5/7,4 l

A-Druckschläuche sind bei Kommunalfeuerwehr unüblich, und kommen meist in Werkfeuerwehr großer Industriebetriebe und bei Katastrophenschutzeinheiten, die auf den Abtransport von Hochwasser spezialisiert sind vor. Am meisten Verwendung findet die Schlauchgröße A bei Saugschläuchen, die dem Ansaugen von Löschwasser aus offenen Gewässern, wie z. B. Flüssen oder Seen dienen.

B-Druckschläuche dienen der Wasserförderung vom Hydranten zur Pumpe oder von der Pumpe zum Verteiler. Bei Vornahme eines B-Strahlrohres oder eines Schaumangriffes findet der B-Druckschlauch auch Anwendung zwischen Strahlrohr und Pumpe.

C-Druckschläuche finden klassisch im Innenangriff Verwendung, da sie aufgrund ihrer Größe einfach zu handhaben sind. Bei Flächenbränden oder Waldbränden finden C-Druckschläuche auch zur Wasserförderung Anwendung. Transportiert werden C-Druckschläuche üblicherweise in Schlauchtragekörben.

D-Druckschläuche finden Anwendung zwischen Verteiler und Strahlrohr bei Wald- und Flächenbränden, oder als Druckschlauch zur Kübelspritze, einem Kleinlöschgerät.

Strahlrohre

Strahlrohre sind wasserführende Armaturen zur Löschwasserabgabe. Sie gibt es, wie die Schläuche, in verschiedenen Größen. Außerdem lassen sich Strahlrohre weiter unterscheiden: Es gibt Mehrzweckstrahlrohre, Hohlstrahlrohre, Schaumstrahlrohre, und Sonderstrahlrohre.

Mehrzweckstrahlrohre haben ihren Namen aufgrund ihrer drei Einstellmöglichkeiten: Aus, Vollstrahl und Sprühstrahl. Außerdem verfügen Mehrzweckstrahlrohre über ein Mundstück, dass auf Befehl entfernt werden kann. Ohne Mundstück haben Mehrzweckstrahlrohre genau die doppelte Durchflußmenge als mit Mundstück.

Schlauchgröße
Durchflussmenge mit Mundstück in Liter pro Minute
Durchflussmenge ohne Mundstück in Litern pro Minute
B
400
800
C
100
200
D
25
50

Hohlstrahlrohre stellen die Weiterentwicklung der Mehrzweckstrahlrohre dar. Im Gegensatz zu den Mehrzweckstrahlrohren können bei Hohlstrahlrohren die Durchflussmenge geändert und das Sprühbild stufenlos verstellt werden. Dadurch lässt sich gerade im Innenangriff ein weitaus besserer Löscherfolg erzielen. Zudem können Durchzündungen und Rauchgasdurchzündungen mit Hohlstrahlrohren effektiv bekämpft und so Gefahren für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte abgewendet werden. Weiterer Vorteil der Hohlstrahlrohre ist die feinere Tröpfchenbildung des abgegebenen Löschwassers. Dadurch kann das Löschwasser mehr Hitze aufnehmen und der Wasserschaden am Brandobjekt verhindert oder zumindest minimiert werden.

Schaumstrahlrohre dienen der Abgabe von Löschschaum. Löschschaum ist ein Gemisch aus Wasser, Schaummittel und Luft. Das Schaummittel wird über einen Zumischer dem Wasser zugegeben. Die Luft kommt erst am Schaumstrahlrohr zu diesem Gemisch hinzu. Das Wasser-Schaummittel-Gemisch strömt schnell in eine Düse ein und wird fein verteilt.

Nach dem Injektorprinzip tritt Luft hinzu, und es entsteht Löschschaum. Je nach Konsistenz des Schaumes unterscheidet man zwischen Schwer-, Mittel- und Leichtschaum. Schwerschaum beinhaltet dabei am wenigsten Luft, Leichtschaum am meisten. Schwer- und Mittelschaum können mit Schaumstrahlrohren erzeugt werden, zur Erzeugung von Leichtschaum hingegen wird ein Leichtschaumgenerator benötigt. Mit Schwerschaum lassen sich bei relativ nassem Schaum hohe Wurfweiten erreichen, zirka 20 Meter bei 5 bar Druck. Durch den hohen Wasseranteil erzielt Schwerschaum eine hohe Kühlwirkung.

Mit Mittelschaum hingegen lassen sich größere Flächen gut abdecken. Aufgrund des höheren Luftanteils im Schaum bleibt die Kühlwirkung jedoch hinter der des Schwerschaumes zurück. Die Wurfweite von Mittelschaum beträgt ca. 6 Meter bei einem Druck von 5 bar.

Da besonders bei PKW-Bränden der Einsatz von Löschschaum eine hohe Effektivität aufweist, besitzt die Freiwillige Feuerwehr Geisenheim eine Schaumpistole. Das Schaummittel befindet sich in einer Plastikflasche am Strahlrohr und wird direkt am Strahlrohr zugemischt. Dadurch entfällt der aufwendige Aufbau eines Schaumangriffes. So kann in kurzer Zeit ein sehr effektiver Löschangriff ausgeführt werden. Durch die Größe des Schaummittelbehälters eignet sich die Schaumpistole jedoch nur für kleinere Einsätze.

Wasserführende Armaturen

Der Begriff „Wasserführende Armaturen“ ist ein Sammelbegriff für zumeist starre, von Wasser durchflossene Gerätschaften. Sie dienen der Wasserentnahme, Wasserfortleitung oder Wasserabgabe. Armaturen zur Wasserabgabe werden meist als Strahlrohre bezeichnet.

Gerätschaften zur Wasserentnahme sind Saugkörbe und Standrohre. Der Saugkorb wird an das Ende einer Saugschlauchleitung angeschlossen. Zum Einen dient der Saugkorb dem Schutz der Pumpe, in dem er groben Schmutz aus der Saugleitung und so auch aus der Pumpe forthält, zum Anderen ist im Saugkorb ein Rückschlagorgan eingebaut. Dies verhindert einen Rückfluss des Wassers in der Saugleitung, sollte der Pumpvorgang unterbrochen werden. So entfällt das erneute Ansaugen aus dem offenen Gewässer.

Standrohre dienen der Wasserentnahme aus dem öffentlichen Wassernetz. Das Standrohrunterteil wird mittels einer Klauenmutter im Unterflurhydranten befestigt. Am Standrohroberteil befinden sich zwei feste B-Abgänge, mit denen das Wasser aus dem Unterflurhydranten zum Fahrzeug, besser gesagt der Pumpe befördert wird. Zu einem Standrohr gehört ein Unterflurhydrantenschlüssel, mit dem der Hydrantenschacht und der Hydrant geöffnet werden können.

Armaturen zur Wasserfortleitung sind Verteiler, Sammelstück, Zumischer und Druckbegrenzungsventil. Der Verteiler dient dem verteilen des Löschmittels von einer Zuleitung auf mehrere weitere Schlauchleitungen. Die häufigste Form ist ein B-CBC-Verteiler, der eine B-Zuleitung, zwei C-Abgänge und einen B-Abgang besitzt. Um an der Einsatzstelle Missverständnissen vorzubeugen sind die Abgänge nummeriert: Links befindet sich das erste Rohr, rechts das zweite Rohr- beides C- Abgänge. Das dritte, oder Sonderrohr, befindet sich in der Mitte und weist einen B-Abgang auf.

Ein Sammelstück dient der Zusammenführung zweier Löschwasserzuleitungen an der Pumpe. Da der Saugeingang einer Pumpe ein A-Eingang ist, und um auch Saugschläuche anschließen zu können, sind Sammelstücke gängigerweise in der Form A-BB ausgeführt. An einen A-Saugeingang können also zwei B-Druckschläuche angeschlossen werden.

Druckbegrenzungsventile dienen der Sicherung vor plötzlichem Druckanstieg bei Wasserförderungen über lange Wegstrecken. So sollen Schlauchplatzer und Pumpenüberlastung durch zu hohen Eingangsdruck verhindert werden. Am Druckbegrenzungsventil kann ein maximaler Druck von bis zu 16 bar eingestellt werden. Steigt der Druck in der Schlauchleitung über den eingestellten Wert, öffnet sich ein Ventil an der Gehäuseseite und lässt Wasser ausströmen um den Druck zu senken, bis der vorgegebene Druck erreicht ist. Aufgrund der genaueren Arbeitsweise moderner Pumpen sind Druckbegrenzungsventile heute nicht mehr üblich.

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